Risiken beim Investieren reduzieren
Finanzanlagen bieten attraktive Chancen auf hohe Renditen. Doch auch über die Risiken beim Investieren sollten Sie Bescheid wissen. Wir erklären Ihnen wichtige Risiken und zeigen auf, wie Sie typische Fehler beim Investieren vermeiden können.

Typische Fehler beim Investieren
Manche Risiken beim Investieren können selbstverschuldet sein und die Folge von typischen Fehlern beim Investieren. Wer sich dieser bewusst ist, hat die Chance die Risiken bei der Geldanlage zu reduzieren und die Chancen auf Renditen zu erhöhen. Sechs typische Fehler, die Sie vermeiden sollten:
Zu wenig breit diversifiziert
Anlegerinnen und Anleger neigen dazu, stark in heimische Unternehmen zu investieren. Sie glauben, dass sie diese besser kennen. Dabei geht einer der wichtigsten Grundsätze beim Investieren vergessen – die Diversifikation: Wer nur in heimische Titel investiert, kann sich grösseren Risiken aussetzen und Renditechancen an anderen Märkten verpassen. Globale Fonds oder weltweit investierte ETFs bilden im Aktienbereich in der Regel ein solides Fundament und sorgen für eine breite Streuung.
Emotionale Entscheidungen
Ein Kurseinbruch wie in der Pandemie, lässt niemanden kalt. Doch wer sich damals von den Emotionen leiten liess und sein Anlagen veräusserte, dürfte auch die mögliche schnelle Erholung verpasst haben. Es lohnt sich daher, beim Anlegen Emotionen nach Möglichkeit auszublenden. Dasselbe gilt beim Festhalten an favorisierten Werten, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern. Bleiben Sie Ihrer Anlagestrategie treu, überprüfen Sie Ihr Portfolio regelmässig, aber nicht ständig – und möglichst ohne Emotionen.
Den richtigen Zeitpunkt treffen wollen
Selbst unter Anlageprofis, die sich ständig mit den Märkten beschäftigen, ist umstritten, wie sehr eine aktive Titelauswahl eine Zusatzrendite bringt. Und doch sind viele Privatanleger überzeugt, dass sie mit Einzeltiteln die Märkte schlagen. Ein riskanter Fall von Selbstüberschätzung: Oft geht nämlich die Diversifikation vergessen, das Trading nimmt zu und es kann emotional werden. Setzen Sie tendenziell lieber auf breit investierte Fonds oder ETFs – ob aktiv oder passiv, entscheiden Sie.
Kosten übersehen
Wertpapiere regelmässig zu handeln, kann für professionelle Anleger Sinn ergeben – für Privatanleger eignet sich dies kaum. Sie riskieren, nur scheinbar gute Gelegenheiten zu nutzen oder zu Unzeiten Verluste zu realisieren. Oft geht auch vergessen, dass jeder Kauf resp. Verkauf mit Kosten verbunden ist, welche die Rendite schmälern. Daher empfiehlt es sich, diszipliniert an der definierten Strategie festzuhalten und nur gezielt Veränderungen am Portfolio vorzunehmen.
Unzureichende Recherche und fehlende Anlagestrategie
Wer an den Finanzmärkten erfolgreich sein will, sollte eine Anlagestrategie haben. In dieser formulieren Sie Ihre Anlageziele, Ihren Anlagehorizont und definieren Ihre Risikofähigkeit. Anschliessend stellen Sie Ihr Portfolio nach den Vorgaben zusammen: Wer langfristig investiert, kann grössere Risiken eingehen, mit einem kurzfristigen Horizont sollte man Wertschwankungen vermeiden. Und wer bei fallenden Kursen schlaflose Nächte hat, sollte konservativer investieren.
Zu hohe Renditeerwartungen und keine Reserven
Ein Fehler kann sein, gar nicht an den Finanzmärkten investiert zu sein und aus Sicherheitsüberlegungen die Gelder auf Sparkonti liegen zu lassen. Aber: Investieren Sie keine Gelder, die Sie benötigen – sei es die eiserne Reserve für unerwartete Aufwendungen oder das Ersparte für die Steuerrechnung. Müssen Sie Anlagen unter Zeitdruck verkaufen, sind Verluste wahrscheinlich. Investieren Sie nur, was Sie kurzfristig nicht brauchen.
Diese Risiken müssen Sie beim Investieren kennen
Was ist das Marktrisiko?
Der Wert einer Geldanlage ist u.a. vom wirtschaftlichen Umfeld, den gesetzlichen Vorgaben, der Entwicklung der Firmen und der Marktstimmung abhängig.
Was ist das Preisrisiko?
Das Risiko, ein Wertpapier aufgrund der kontinuierlichen Kursschwankungen von Finanzanlagen zu kaufen, wenn der Preis zu hoch ist.
Was ist das Zinsrisiko?
Das Risiko von Zinsänderungen. Diese wirken sich direkt auf Anleihen aus, indirekt auch auf andere Wertpapiere. Der Einfluss ist abhängig vom Fälligkeitsdatum.
Was ist das Kreditrisiko?
Kommt ein Unternehmen, ein Staat oder ein Land den Zahlungsverpflichtungen nicht nach, riskieren die Gläubiger den Ausfall der Zinsen oder der gesamten Anlage.
Was ist das Währungsrisiko?
Tätigen Sie Anlagen in Fremdwährungen, riskieren Sie, weniger Geld für Ihre Anlage zu erhalten, wenn die Währung zur Heimatwährung an Wert verliert.
Was ist das Marktliquiditätsrisiko?
Die Liquidität sagt aus, wie leicht sich etwas kaufen und verkaufen lässt. Ist am Markt wenig los, riskieren Sie womöglich tiefere Preise beim Verkauf.