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Was sind ETFs?

ETFs erfreuen sich unter Anlegerinnen und Anlegern einer grossen Beliebtheit. Doch was sind ETFs genau? Wir zeigen Ihnen, worum es sich bei den beliebten passiven Anlageinstrumente genau handelt, welche Vorteile sie bieten und warum sie eine attraktive Option für ein Anlageportfolio darstellen können.

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ETF-Definition und Eigen­schaften

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index einer Branche, einer Region oder einer Anlageklasse abbildet und es Anlegern ermöglicht, mit dem Kauf eines einzelnen Anteils in eine Vielzahl von Wertpapieren zu investieren. ETFs können somit eine diversifizierte Anlagemöglichkeit bieten, was gegenüber der Investition in einzelne Aktien zur Reduktion des Risikos beitragen kann. Da sie an der Börse gehandelt werden sind sie wie Aktien flexibel handelbar. Als passives Investment, welches sich grundsätzlich auf die Nachbildung eines Index beschränkt, sind sie in der Regel ein kostengünstiges Anlageinstrument. Auf der anderen Seite ist dadurch eine Überrendite gegenüber dem Index nicht möglich. 

ETFs bieten eine breite Palette an Anlage­möglichkeiten. Sie können in verschiedene Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen investieren. Darüber hinaus gibt es ETFs, die sich auf spezifische geografische Regionen wie Kontinente oder Länder konzen­trieren. Thematische ETFs fokussieren sich auf bestimmte Branchen oder Trends, beispielsweise erneuerbare Energien oder Innovationen im Gesundheits­wesen. Unabhängig von Ihren Anlage­präferenzen haben Sie die Möglichkeit einen ETF zu finden, der Ihren Anforderungen entspricht.

 

 

Welche Arten von ETFs gibt es?

ETFs bieten in der Regel eine vielfältige Auswahl an Anlagemöglichkeiten, die verschiedene Anlageklassen, geografische Regionen und thematische Schwerpunkte abdecken. Zu den bekanntesten Anlageklassen gehören Aktien-ETFs, die die Per­for­mance eines bestimmten Aktienindex nachbilden, und Anleihen-ETFs, die in fest­verzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmens­anleihen investieren. Darüber hinaus gibt es ETFs, die sich auf spezifische geografische Regionen oder Länder konzen­trieren. Themen- und Sektor-ETFs fokussieren sich auf bestimmte Branchen oder langfristige Trends, wie Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, technologische Innovationen oder den Gesundheitssektor. 

Aktien ETFs

Aktien-ETFs gehören zu den am häufigsten gehandelten ETFs. Sie zielen darauf ab, die Performance eines bestimmten Aktienindex, wie des S&P 500 oder des MSCI World, nachzubilden. Diese ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, mit dem Kauf eines einzigen Anlageproduktes in eine grosse Zahl von Unternehmen zu investieren. Dadurch verringert sich das Risiko im Vergleich zum Kauf einzelner Aktien. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Aktien-ETFs, die sich auf bestimmte Branchen kon­zen­trieren, sowie solche, die auf spezifische Regionen oder Länder ausgerichtet sind.

Anleihen- (Obligationen-)ETFs

Anleihen- respektive Obligationen-ETFs investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Diese ETFs bieten Anlegern eine Möglichkeit, ihr Portfolio zu diversifizieren und gleichzeitig ein regelmässiges Einkommen durch Zinszahlungen zu erzielen.

Sektor- und Themen-ETFs

Sektor- und Themen-ETFs konzentrieren sich auf spezifische Branchen oder Anlagethemen. Sektor-ETFs investieren in Unternehmen, die in einem bestimmten Wirtschaftssektor tätig sind, wie beispielsweise Energie, Finanzen oder Konsumgüter. Themen-ETFs hingegen fokussieren sich auf langfristige Trends und Innovationen, wie Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien oder künstliche Intelligenz. Diese ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, gezielt in Bereiche zu investieren, die sie für zukunftsträchtig halten, und von deren Wachstumschancen zu profitieren.

Wie bildet ein ETF einen Index nach?

Ein ETF bildet einen Index nach, indem er die im Index enthaltenen Wertpapiere entweder vollständig oder teilweise repliziert. Bei der vollständigen Replikation kauft der ETF alle im Index enthaltenen Wertpapiere in den gleichen Gewichtungen wie der Index selbst. Bei der teilweisen Replikation, auch als Sampling bezeichnet, kauft der ETF eine repräsentative Auswahl der im Index enthaltenen Wertpapiere, um die Performance des Index möglichst genau nachzubilden. Beide Methoden zielen darauf ab, die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index so genau wie möglich zu spiegeln, wobei die vollständige Replikation in der Regel eine höhere Genauigkeit bietet, während das Sampling kosteneffizienter sein kann.

Wie unterscheiden sich physisch und synthetisch replizierende ETFs?

ETFs können einen Index auf zwei verschiedene Arten nachbilden: physisch oder synthetisch. Physisch replizierende ETFs kaufen die tatsächlichen Wertpapiere, die im Index enthalten sind, entweder vollständig (vollständige Replikation) oder teilweise (Sampling), um die Performance des Index möglichst genau nachzubilden.

Synthetisch replizierende ETFs hingegen nutzen Derivate, um die Indexperformance zu erreichen. Anstatt die Wertpapiere direkt zu kaufen, schliessen sie Verträge mit Gegenparteien ab, welche die Rendite des Index garantieren. Während physisch replizierende ETFs eine direkte Nachbildung und somit eine höhere Transparenz bieten, können synthetisch replizierende ETFs kosteneffizienter sein und Zugang zu schwer zugänglichen Märkten ermöglichen, bergen jedoch ein gewisses Kontra­henten­risiko, also dass die Gegenpartei des Finanzgeschäfts ihre vertraglichen Ver­pflich­tungen nicht erfüllt, was zu Verlusten führen kann.

Wie unterscheiden sich ETF von Indexfonds?

ETFs (Exchange Traded Funds) und Indexfonds sind beides Anlageinstrumente, die die Performance eines bestimmten Index nachbilden. Der Hauptunterschied liegt in ihrer Handelsweise und Liquidität:

  • ETFs werden wie Aktien an Börsen gehandelt und können während der Handelszeiten flexibel gekauft und verkauft werden, was eine hohe Liquidität bietet.
  • Indexfonds hingegen werden direkt über die Fondsgesellschaft gehandelt und nur einmal täglich zum Nettoinventarwert (NAV) abgerechnet.
  • ETFs bieten oft niedrigere Kosten und mehr Flexibilität, während Indexfonds für langfristige Anleger geeignet sein können, die weniger Handelsaktivität wünschen.

Drei Vorteile von ETFs auf einen Blick

  1. Diversifikation: ETFs ermöglichen es Anlegern, mit einem einzigen Kauf in eine breite Palette von Wertpapieren zu investieren, was das Risiko im Vergleich zum Kauf einzelner Aktien reduziert.
  2. Kosteneffizienz: ETFs haben in der Regel niedrigere Verwaltungsgebühren als aktiv verwaltete Fonds, da sie passiv verwaltet werden und lediglich die Performance eines Index nachbilden.
  3. Flexibilität: ETFs werden wie Aktien an Börsen gehandelt und können während der Handelszeiten flexibel gekauft und verkauft werden, was eine hohe Liquidität und schnelle Anpassungen an Marktveränderungen ermöglicht.