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  3. Grundlagen Anlegen
  4. Was ist eine Anlagestrategie?

Anlage­strategien für Privat­anleger

Eine Anlage­strategie ist grundsätzlich unverzichtbar für erfolgreiches Investieren an den Finanz­märkten. Welche Anlage­strategien sich für Privat­anleger eignen und wie Sie die passende für sich finden, möchten wir Ihnen gerne zeigen.

Mann hält Präsentation mit ausgedruckten Diagrammen

Anlagestrategien für Privat­anleger

Die Anlage­strategie ist ein Plan, den Anlegerinnen und Anleger nutzen, um eine Investitions­entscheidung zu treffen. Sie dient als Leitfaden für die Geld­anlage und wird individuell auf die Risiko­bereitschaft und die speziellen Anlageinteressen abgestimmt. Die Strategie kann helfen, sich nicht so rasch von Emotionen und Schwankungen ablenken zu lassen.

Die wichtigsten Eigenschaften einer Anlagestrategie

Diese vier Fragen sollten Sie vor der Anlage­strategie beantworten

  1. Welches Anlageziel verfolgen Sie?
  2. Welcher Anlagehorizont steht Ihnen zur Verfügung?
  3. In welcher persönlichen Lebenssituation befinden Sie sich?
  4. Welches Risiko können Sie eingehen und wie fühlen Sie sich dabei?

Mit einer klaren Anlage­strategie können Sie gezielt entscheiden, welche Arten von Anlage­klassen in Ihr Portfolio aufgenommen werden sollen und über welchen Anlage­horizont Sie investiert sein wollen. Ihre Risiko­fähigkeit gibt Auskunft darüber, ob Sie eine konservative Anlage­strategie wählen – oder ob Ihnen eine dynamische Anlagestrategie besser entspricht.

Anlegerprofil mit potenziellem Risiko

Die fünf Anlagestrategien kurz erklärt

Konservativ

Bei dieser Anlagestrategie steht der Kapitalerhalt im Fokus. Entsprechend wird mit geringem Risiko investiert, hauptsächlich in Anleihen und in hochwertige Aktien. Die Anlagestrategie eignet sich für sicherheitsbewusste Investorinnen und Investoren, die Stabilität bevorzugen.

Einkommen

Diese Anlagestrategie geht etwas mehr ins Risiko. Das Ziel ist es, ein regelmässiges Einkommen durch Dividenden und Zinsen, Investitionen in Dividendenaktien und Anleihen zu erzielen. Die Strategie ist ideal für Anlegerinnen und Anleger, die laufende Erträge suchen.

Ausgeglichen

Eine ausgewogene Anlagestrategie nutzt hauptsächlich eine Mischung aus Aktien und Anleihen, um gleichzeitig ein moderates Wachstum und bei einem ebensolchen Risiko zu erreichen. Es besteht eine Balance zwischen Sicherheit und Rendite. Idealerweise wird dieser Ansatz für mittelfristige Ziele genutzt.

Wachstum

Wer potenziell höhere Renditen vor Augen hat, legt den Schwerpunkt in der Anlage­strategie auf wachstums­starke Aktien. Damit steigt allerdings auch das Risiko. Eine Wachstums­strategie eignet sich entsprechend für langfristige Anlegerinnen und Anleger, die Kapital­wachstum anstreben.

Kapitalgewinn

Diese Anlagestrategie geht maximales Risiko ein, um höchste Renditen zu erzielen. Dies umfasst auch Investitionen in volatile Märkte und spekulative Aktien. Der Anlagehorizont sollte angesichts der erhöhten Volatilität langfristig sein. Die Anlagestrategie eignet sich für risikofreudige Anleger, die hohe Gewinne erzielen möchten.

Ihre Anlagestrategie entscheidet über die Zusammensetzung des Portfolio

Ihre Anlagestrategie entscheidet über die Zusammensetzung des Portfolio

Mögliche Zusammensetzung der Anlageklassen in einem ausgeglichenen Portfolio

Aktiv vs. passiv Investieren

Passive Anlageprodukte wie Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) versuchen nicht, den Markt zu schlagen. Stattdessen bilden sie möglichst genau die Performance eines Index ab. Mit ETFs können Anlegerinnen und Anleger in verschiedene Anlage­klassen und Regionen investieren und von steigenden Märkten profitieren. Da keine aufwendigen Analysen nötig sind, sind die Gebühren für passive Vehikel in der Regel niedriger. Im Gegensatz dazu versuchen Anlage­fonds, die von einem Anlage­experten betreut werden (aktive Anlagefonds), den Markt zu übertreffen. Das Fonds­management wählt in der Regel gezielt Unternehmen aus, die es für vielversprechend hält, und passt die Zusammensetzung des Portfolios darauf hin an. Das Ziel ist es, durch geschickte Auswahl und Anpassung eine höhere Rendite zu erzielen als der Vergleichs­index. Diese aktive Verwaltung erfordert in der Regel mehr Aufwand und Fachwissen, was sich in höheren Gebühren niederschlagen kann.

Unterschiede zwischen aktiven und passiven Fonds

Aktiv vs. passive Anlagestrategie: Was ist besser?

Die Antwort ist nicht eindeutig, es kommt auf verschiedene Faktoren an. Aktives Management kann in ineffizienten Märkten sinnvoll sein, in denen nicht alle Infor­ma­tionen sofort im Aktien­preis berücksichtigt sind. Solche Märkte sind oft Schwellen­länder oder kleinere Unternehmen, die weniger von Analysten beobachtet werden. Ansonsten ist es eine Frage der erwünschten Renditen, des Vertrauens in das Fonds­management sowie der Kosten.

Drei wichtige Unterscheidungen bei Anlage­strategien

  1. Konservativ vs. dynamisch: Je weniger Risiken Sie eingehen wollen, desto vorsichtiger sollten Sie investieren.
  2. Aktiv vs. passiv Investieren: Die passive Anlagestrategie folgt einem Index möglichst eng, oft über Indexfonds oder ETFs. Das Ziel einer aktiven Strategie ist es, den Vergleichsindex zu übertreffen.
  3. Titelselektion vs. Anlagefonds: Anlagefonds ermöglichen auf einfache Art eine diversifizierte Investition, da Fonds ihr Vermögen grundsätzlich breit anlegen. Dies steht im Gegensatz zur Auswahl von Einzeltiteln.