Anlagestrategien für Privatanleger
Eine Anlagestrategie ist grundsätzlich unverzichtbar für erfolgreiches Investieren an den Finanzmärkten. Welche Anlagestrategien sich für Privatanleger eignen und wie Sie die passende für sich finden, möchten wir Ihnen gerne zeigen.

Anlagestrategien für Privatanleger
Die Anlagestrategie ist ein Plan, den Anlegerinnen und Anleger nutzen, um eine Investitionsentscheidung zu treffen. Sie dient als Leitfaden für die Geldanlage und wird individuell auf die Risikobereitschaft und die speziellen Anlageinteressen abgestimmt. Die Strategie kann helfen, sich nicht so rasch von Emotionen und Schwankungen ablenken zu lassen.
Diese vier Fragen sollten Sie vor der Anlagestrategie beantworten
- Welches Anlageziel verfolgen Sie?
- Welcher Anlagehorizont steht Ihnen zur Verfügung?
- In welcher persönlichen Lebenssituation befinden Sie sich?
- Welches Risiko können Sie eingehen und wie fühlen Sie sich dabei?
Mit einer klaren Anlagestrategie können Sie gezielt entscheiden, welche Arten von Anlageklassen in Ihr Portfolio aufgenommen werden sollen und über welchen Anlagehorizont Sie investiert sein wollen. Ihre Risikofähigkeit gibt Auskunft darüber, ob Sie eine konservative Anlagestrategie wählen – oder ob Ihnen eine dynamische Anlagestrategie besser entspricht.
Die fünf Anlagestrategien kurz erklärt
Konservativ
Bei dieser Anlagestrategie steht der Kapitalerhalt im Fokus. Entsprechend wird mit geringem Risiko investiert, hauptsächlich in Anleihen und in hochwertige Aktien. Die Anlagestrategie eignet sich für sicherheitsbewusste Investorinnen und Investoren, die Stabilität bevorzugen.
Einkommen
Diese Anlagestrategie geht etwas mehr ins Risiko. Das Ziel ist es, ein regelmässiges Einkommen durch Dividenden und Zinsen, Investitionen in Dividendenaktien und Anleihen zu erzielen. Die Strategie ist ideal für Anlegerinnen und Anleger, die laufende Erträge suchen.
Ausgeglichen
Eine ausgewogene Anlagestrategie nutzt hauptsächlich eine Mischung aus Aktien und Anleihen, um gleichzeitig ein moderates Wachstum und bei einem ebensolchen Risiko zu erreichen. Es besteht eine Balance zwischen Sicherheit und Rendite. Idealerweise wird dieser Ansatz für mittelfristige Ziele genutzt.
Wachstum
Wer potenziell höhere Renditen vor Augen hat, legt den Schwerpunkt in der Anlagestrategie auf wachstumsstarke Aktien. Damit steigt allerdings auch das Risiko. Eine Wachstumsstrategie eignet sich entsprechend für langfristige Anlegerinnen und Anleger, die Kapitalwachstum anstreben.
Kapitalgewinn
Diese Anlagestrategie geht maximales Risiko ein, um höchste Renditen zu erzielen. Dies umfasst auch Investitionen in volatile Märkte und spekulative Aktien. Der Anlagehorizont sollte angesichts der erhöhten Volatilität langfristig sein. Die Anlagestrategie eignet sich für risikofreudige Anleger, die hohe Gewinne erzielen möchten.
Ihre Anlagestrategie entscheidet über die Zusammensetzung des Portfolio
Ihre Anlagestrategie entscheidet über die Zusammensetzung des Portfolio
Aktiv vs. passiv Investieren
Passive Anlageprodukte wie Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) versuchen nicht, den Markt zu schlagen. Stattdessen bilden sie möglichst genau die Performance eines Index ab. Mit ETFs können Anlegerinnen und Anleger in verschiedene Anlageklassen und Regionen investieren und von steigenden Märkten profitieren. Da keine aufwendigen Analysen nötig sind, sind die Gebühren für passive Vehikel in der Regel niedriger. Im Gegensatz dazu versuchen Anlagefonds, die von einem Anlageexperten betreut werden (aktive Anlagefonds), den Markt zu übertreffen. Das Fondsmanagement wählt in der Regel gezielt Unternehmen aus, die es für vielversprechend hält, und passt die Zusammensetzung des Portfolios darauf hin an. Das Ziel ist es, durch geschickte Auswahl und Anpassung eine höhere Rendite zu erzielen als der Vergleichsindex. Diese aktive Verwaltung erfordert in der Regel mehr Aufwand und Fachwissen, was sich in höheren Gebühren niederschlagen kann.
Aktiv vs. passive Anlagestrategie: Was ist besser?
Die Antwort ist nicht eindeutig, es kommt auf verschiedene Faktoren an. Aktives Management kann in ineffizienten Märkten sinnvoll sein, in denen nicht alle Informationen sofort im Aktienpreis berücksichtigt sind. Solche Märkte sind oft Schwellenländer oder kleinere Unternehmen, die weniger von Analysten beobachtet werden. Ansonsten ist es eine Frage der erwünschten Renditen, des Vertrauens in das Fondsmanagement sowie der Kosten.
Drei wichtige Unterscheidungen bei Anlagestrategien
- Konservativ vs. dynamisch: Je weniger Risiken Sie eingehen wollen, desto vorsichtiger sollten Sie investieren.
- Aktiv vs. passiv Investieren: Die passive Anlagestrategie folgt einem Index möglichst eng, oft über Indexfonds oder ETFs. Das Ziel einer aktiven Strategie ist es, den Vergleichsindex zu übertreffen.
- Titelselektion vs. Anlagefonds: Anlagefonds ermöglichen auf einfache Art eine diversifizierte Investition, da Fonds ihr Vermögen grundsätzlich breit anlegen. Dies steht im Gegensatz zur Auswahl von Einzeltiteln.