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Passiv oder aktiv investieren?

Wir zeigen Ihnen die unterschiedlichen Anlage­stile und erklären, welche Vor- und Nachteile sowohl aktive als auch passive Fonds mit sich bringen können. Ob passiv oder aktiv, das Anlegen an den Finanz­märkten bietet eine attraktive Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und finanzielle Ziele zu erreichen.

Junge Frau mit Kaffee und Smartphone sitzt auf einem Sitzungstisch

Passiv oder aktiv? Das sind die Vor- und Nachteile

Ein bequemer und kosten­effizienter Weg, um diversifiziert an den Finanz­märkten zu investieren, kann über Anlagefonds führen, da diese das Kapital vieler Anlegerinnen und Anleger bündeln, um es in ein diversifiziertes Portfolio aus Wert­papieren wie Aktien, Anleihen oder anderen Anlageklassen zu investieren. Die Fonds können aktiv oder passiv ausgestaltet sein – mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Die Wahl zwischen aktiven und passiven Fonds hängt von den individuellen Präferenzen, Zielen und der Risiko­bereitschaft der Anlegerinnen und Anleger ab.

Unterschiede zwischen aktiven und passiven Fonds

Aktive Anlagefonds: auf der Suche nach Outperformance

Wer mit seiner Geldanlage mehr Rendite als der Markt erzielen will, sollte in der Regel auf einen aktiv verwalteten Fonds setzen. Das Ziel eines solchen Fonds ist es, mit Hilfe eines professionellen Managements den Markt zu schlagen. Dazu treffen erfahrene Fondsmanager fundierte Anlageentscheidungen und reagieren flexibel auf Marktveränderungen. Grundlage für ihre Entscheidung bilden umfangreiche Research- und Analysearbeiten.

Darüber hinaus können aktiv gemanagte Fonds auf die individuellen Anlageziele und Risikotoleranzen der Anleger abgestimmt werden. In volatilen oder ineffizienten Märkten ermöglichen aktive Anlagefonds den Zugang zu spezialisierten Anlagen, die für einzelne Anleger nur schwer investierbar wären. Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger die höheren Gebühren und die Tatsache, dass nicht alle aktiv gemanagten Fonds den Markt schlagen, mitberücksichtigen.

Passive Anlagefonds: den Markt abbilden

Passiv verwaltete Fonds wie Indexfonds und Exchange Traded Funds (ETFs), bilden einen bestimmten Index nach und verzichten somit auf ein aktives Fonds­manage­ment. Die Aus­gestaltung dieser Fonds führt in der Regel zu tieferen Kosten als bei aktiv gemanagten Fonds. Dennoch bieten grundsätzlich auch passive Anlagefonds eine breite Diversifikation und reduzieren das Risiko durch die Streuung der Anlagen über viele Wertpapiere, sind transparent und einfach zu verstehen, da ihre Zusam­men­setzung und Strategie anhand des Index klar definiert ist. Der Nachteil: Sie bieten keine Möglichkeit, den Markt zu schlagen, da sie nur die Indexrendite erzielen. Zudem fehlt grundsätzlich die Flexibilität, auf Marktveränderungen oder spezifische Chancen zu reagieren, und sie sind vollständig den Schwankungen des Marktes ausgesetzt.

Gleiches mit Gleichem vergleichen

Oft wird die Rendite von aktiv verwalteten Fonds mit der Indexrendite verglichen. Das ist nicht richtig. Die Nettorendite eines aktiven Fonds beinhaltet nämlich dessen Verwaltungskosten. Das bedeutet, dass von der erzielten Wertentwicklung (z.B. +6.50% brutto) noch die Verwaltungskosten (z.B. 1.75%) abgezogen werden. Übrig bleibt dann eine Rendite von 4.75%. Ausserdem kann man den Index selbst nicht direkt «kaufen»; dafür braucht man ein Anlageinstrument wie einen ETF, um den Index nachzubilden. Aktiv verwaltete Fonds sollten daher nicht mit der Performance eines Indexes verglichen werden, sondern immer mit passiven Alternativen wie ETFs. Genau das machen wir in diesem Vergleich.

Aktiv oder passiv investieren?

Wie erwähnt, hängt die Wahl zwischen aktiven und passiven Fonds von den indivi­duellen Präferenzen, Zielen und der Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger ab.

Reicht es ihnen, den Marktzyklen zu folgen und am langfristigen Wachstum breiter Indizes teilzuhaben, sind ETFs wahrscheinlich in der Regel eine gute Wahl. In diesem Fall überwiegt das Argument der niedrigeren Kosten gegenüber der möglicherweise geringeren Rendite im Vergleich zu einem ähnlich aufgestellten aktiv verwalteten Fonds.

Steht dagegen eine überdurchschnittliche Rendite im Vordergrund, ist diese in der Regel nur über einen gut geführten, aktiven Anlagefonds zu erreichen. Die höheren Kosten sollten dann durch die zusätzliche Rendite kompensiert werden. 

  • Der aktive Anlagestil zielt darauf ab, die durchschnittliche Marktrendite zu übertreffen.
  • Der passive Anlagestil bildet die durchschnittliche Marktrendite ab und punktet mit günstigeren Gebühren.