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Wie wähle ich den passenden ETF?

ETFs sind eine gute Möglichkeit, um mit wenig Aufwand ein breit gefächertes Portfolio aufzubauen. Doch wie wählen Sie den passenden ETF? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei besonders achten sollten und wie Sie jenen ETF finden, der Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

In drei einfachen Schritten zum passenden ETF

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Schritt 1: Risikoprofil und Anlagestrategie definieren

Bevor Sie einen ETF auswählen, sollten Sie Ihre Anlageziele und Ihre Risiko­bereit­schaft klar definieren. Überlegen Sie, ob Sie langfristig Vermögen aufbauen, regel­mässige Erträge erzielen oder kurzfristige Gewinne anstreben möchten. Ihre Risiko­bereit­schaft spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Sind Sie bereit, höhere Risiken für potenziell höhere Renditen einzugehen? Oder bevorzugen Sie eine konser­vati­vere Anlage­strategie? Solche Überlegungen helfen Ihnen, den passenden ETF-Typ zu identifizieren, sei es ein Aktien-ETF, ein Anleihen-ETF oder ein thematischer ETF.

  • Anlagehorizont: Wie lange haben Sie vor, Ihr Geld zu investieren? Wie risikoreich oder konservativ Sie vorgehen können, hängt nicht zuletzt davon ab, welchen Anlagehorizont Sie im Sinn haben.
  • Risikotoleranz: Die Risikotoleranz ist von Anleger zu Anleger unterschiedlich. Manche Menschen sind bereit, grössere Risiken einzugehen, um höhere Renditen zu erzielen, während andere einen konservativeren Ansatz bevorzugen.
  • Anlageklasse: Beim Stichwort ETF denken Sie vermutlich sofort an Aktien. Es gibt jedoch noch viele andere Anlageklassen, in die Sie mit ETFs investieren können: Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien beispielsweise.
  • Region: Haben Sie einen bestimmten Markt im Fokus, beispielsweise Deutschland oder die USA, oder möchten Sie in ganze Regionen, Kontinente oder sogar die Welt­wirtschaft investieren? Mit ETFs ist all das möglich.
  • Branche, Themen und Trends: Ebenso können Sie sich auf eine bestimmte Branche (z. B. Tech-Unternehmen, Gesundheitswesen, etc.) oder bestimmte Themen und Trends (z. B. Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz, etc.) konzentrieren.
  • Anzahl und Gewichtung: Ist es mit einem ETF getan, oder möchten Sie lieber in mehrere investieren? Die Gewichtung kommt dabei auf zwei Ebenen zum Tragen: Wenn Sie mehrere ETFs im Portfolio haben, entscheiden Sie mit der Auswahl konkreter ETFs über die Gewichtung in Ihrem Portfolio (z. B. können Sie 90% in Developed Markets-ETFs und 10% in Emerging Markets-ETFs investieren).

Schritt 2: Passenden Index wählen

Basierend auf diesen Zielen wählen Sie einen passenden Index aus, der Ihren Anlage­präferenzen entspricht. Beispiels­weise könnte der S&P 500 für eine breite Markt­exposition in den USA geeignet sein, während der MSCI World eine globale Diver­sifi­kation bietet. Für spezifische Branchen­interessen könnten Sie Indizes wie den NASDAQ-100 für Technologie oder den STOXX Europe 600 Health Care für den Gesund­heits­sektor in Betracht ziehen.

Bekannte Aktienindizes:

  • S&P 500: Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die 500 führenden börsennotierten Unternehmen der USA abbildet und rund 80% der Markt­kapitalisierung abdeckt.
  • MSCI World: Der MSCI World Index umfasst über 1600 Aktien aus 23 entwickelten Ländern. Mit über 1500 Titeln repräsentiert der MSCI World etwa 85% der Markt­kapitalisierung dieser Märkte.
  • NASDAQ-100: Der NASDAQ-100 ist ein Aktienindex, der die 100 grössten, nicht-finanziellen Unternehmen der US-Börse NASDAQ beinhaltet. Er enthält führende Technologie- und Wachstums­unternehmen und bietet eine breite Diversifikation im Technologie­sektor.
  • Dow Jones Industrial Average: Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) ist einer der ältesten und der wohl bekannteste Aktienindex der Welt, der die Kurs­entwicklung von 30 der bedeutendsten Aktien der amerikanischen Börsen widerspiegelt. Er dient als Barometer für die US-Wirtschaft.
  • Euro STOXX 50: Der Euro STOXX 50 ist ein Aktienindex, der die 50 grössten börsennotierten Unternehmen aus den Eurozonen-Ländern umfasst. Der Index dient als Benchmark für die europäische Wirtschaft und bietet eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen hinweg.
  • Nikkei 225: Der Nikkei 225 ist ein führender Aktienindex, der die 225 grössten und liquidesten Unternehmen an der Tokioter Börse repräsentiert. Der Nikkei 225 dient als wichtiger Indikator für die Performance der japanischen Wirtschaft.
  • FTSE: Im Aktienindex FTSE 100 sind die 100 grössten an der Londoner Börse notierten Unternehmen abgebildet. Der FTSE 100 dient als wichtiger Indikator für die Performance der britischen Wirtschaft und bietet eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen hinweg.
  • SMI: Der Swiss Market Index (SMI) ist der wichtigste Aktienindex der Schweiz und umfasst die 20 grössten und liquidesten Unternehmen, die an der Schweizer Börse notiert sind. Er ist ein Indikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.
  • SPI: Noch umfassender ist der Swiss Performance Index (SPI), ein Aktienindex, der nahezu alle an der Schweizer Börse notierten Unternehmen beinhaltet – grosse, mittelgrosse und kleine Unternehmen.
  • DAX: Der DAX (Deutscher Aktienindex) ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland und zeigt die Entwicklung der 40 grössten und liquidesten Unternehmen, die an der Frankfurter Wert­papier­börse notiert sind. Der DAX dient als Barometer für die deutsche Wirtschaft.

Schritt 3: Recherchieren und vergleichen der ETFs

Nachdem Sie einen passenden Index ausgewählt haben, recherchieren Sie verschiedene ETFs, die diesen Index nachbilden. Achten Sie dabei auf wichtige Faktoren wie die Nachbildungsart (physisch oder synthetisch), die Gesamt­kosten­quote (TER), die Liquidität sowie die Tracking-Differenz, also wie genau der ETF den zugrunde liegenden Index nachbildet. Nutzen Sie Vergleichsplattformen und Finanz­portale, um die Performance und die Kostenstruktur verschiedener ETFs zu analysieren. Die Recherche kann Ihnen helfen, den effizientesten und kosten­günstigsten ETF auszuwählen.

Wichtige Kriterien bei der ETF-Auswahl

  1. Kosten: Achten Sie auf die Gesamtkostenquote (TER), um sicherzustellen, dass Sie nicht unnötig hohe Gebühren zahlen.
  2. Fondsvolumen: Ein höheres Fondsvolumen kann auf eine bessere Liquidität und Stabilität hinweisen.
  3. Replikationsmethode: Entscheiden Sie, ob Sie eine physische oder synthetische Replikation bevorzugen.
  4. Tracking Error: Überprüfen Sie, wie genau der ETF den Index nachbildet.
  5. Ausschüttungspolitik: Wählen Sie zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs, je nach Ihren Einkommensbedürfnissen.

Diese Informationen finden Sie im ETF-Factsheet

Grundlegende Informationen und Struktur

Ein ETF-Factsheet bietet eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Merkmale und Kennzahlen eines ETFs. Zu den grundlegenden Informationen gehören die Bezeichnung des ETFs, der zugrunde liegende Index, die Fondsgesellschaft und das Fondsvolumen. Achten Sie auch auf die Gesamtkostenquote (TER), welche die jährlichen laufenden Kosten eines ETF in Prozent angibt. Weitere wichtige Kennzahlen sind die Tracking-Differenz, die zeigt, wie genau der ETF den Index nachbildet, und die Ausschüttungsart: ausschüttend oder thesaurierend (die Erträge werden wieder investiert). 

Performance und Zusammensetzung

Ein weiterer wichtiger Abschnitt des ETF-Factsheets ist die Performanceübersicht, die die Wertentwicklung des ETFs über verschiedene Zeiträume hinweg zeigt. Vergleichen Sie diese mit der Performance des zugrunde liegenden Indexes, um die Effizienz des ETFs zu beurteilen. Zudem finden Sie Informationen zur Zusammen­setzung des ETFs, einschliesslich der grössten Positionen und der Sektor- und Länder­allokation.