Asset Allocation Update: Schwächere Wirtschaft, Gewinn­wachstum im Fokus

Die Aktienmärkte mussten im März aufgrund einer drohenden Wirtschafts­abschwächung in den USA weitere Verluste verkraften. Ist die Korrektur nun vorbei – oder schlittern wir in eine Rezession? In unserem Asset Allocation Update für den Monat April bleiben wir bei Schwellen­länder­aktien über­gewichtet und kaufen nach dem jüngsten Rendite­anstieg zusätzlich CHF-Anleihen dazu.

Text: Nicola Grass

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Chefstratege Stefano Zoffoli kommentiert das Asset Allocation Update für den Monat April.

Was haben wir in den Portfolios angepasst?

Die Bewertung des globalen Pharma­sektors ist aufgrund von politischen Risiken in den USA deutlich gefallen.

Die Renditen von CHF-Anleihen sind im Sog von Deutschland (Fiskalpaket) stark angestiegen und liefern nun wieder über 1% Rendite.

Obwohl Gold strukturell attraktiv bleibt, rechnen wir nach dem historisch starken Anstieg in diesem Jahr nun mit einer Ver­schnauf­pause. 

Der Halbleitersektor hat jüngst 20% korrigiert, aber relevante Trend­niveaus nicht unter­schritten.

Die SNB dürfte mit der jüngsten Zins­senkung auf 0.25% nun am Ende ihres Zins­senkungs­zyklus angelangt sein. Andere Zentral­banken dürften aber weitere Senkungen vornehmen.

Die Bewertung des globalen Pharma­sektors ist aufgrund von politischen Risiken in den USA deutlich gefallen.

Der Halbleitersektor hat jüngst 20% korrigiert, aber relevante Trend­niveaus nicht unter­schritten.

Die Renditen von CHF-Anleihen sind im Sog von Deutschland (Fiskalpaket) stark angestiegen und liefern nun wieder über 1% Rendite.

Die SNB dürfte mit der jüngsten Zins­senkung auf 0.25% nun am Ende ihres Zins­senkungs­zyklus angelangt sein. Andere Zentral­banken dürften aber weitere Senkungen vornehmen.

Obwohl Gold strukturell attraktiv bleibt, rechnen wir nach dem historisch starken Anstieg in diesem Jahr nun mit einer Ver­schnauf­pause. 

Aktien: Rotation setzt sich fort

Das ausserordentlich gute Umfeld in den USA der letzten Jahre mit robuster Konjunktur und Dominanz von IT-Aktien hat sich im März weiter abgeschwächt. Zum einen scheint die Konsumenten­stimmung zu schwächeln, was mit den ange­kündigten Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben zu tun haben könnte, jedoch kurzfristig eher mit den Vermögens­verlusten an der Börse (-10% seit Ende vergangenen Februar). Zum anderen haben sich Anlegerinnen und Anleger, inklusive solche aus den USA, vermehrt anderen und günstigeren Märkten zugewandt.

Die Performance-Differenz seit Jahresbeginn zwischen US-Aktien und Dividenden­papieren aus der Eurozone ist markant: -2% versus +11%. Gleichwohl ist die Lage nicht alarmierend: wir rechnen für die USA immer noch mit einem ansehnlichen BIP-Wachstum von rund 2% in diesem Jahr. Die Firmen­gewinne könnten, unter anderem dank weiteren rentablen Unternehmen nebst den Big Tech, rund 10% wachsen.

Wir halten die Aktien­gewichtung von entwickelten Ländern neutral auf der strategischen Quote. Über­gewichtet bleiben wir bei den sehr günstigen Schwellen­länderaktien, die nun Momentum aufbauen und vom schwächeren US-Dollar profitieren.

Pharma & Halbleiter präferiert

Unsere Präferenz bei Aktien liegt neu bei Pharma. Der Sektor handelt aktuell zu einem historisch unüblichen Discount (KGV 17 gegenüber 19 bei Aktien weltweit). Die Kurse haben sich nun stabilisiert, und die drohende Wirtschafts­abschwächung könnte wieder für Zuflüsse sorgen. Wir erwarten ein sehr hohes Gewinnwachstum von 19%.

Halbleiter: Nach der Korrektur im Halbleiter­sektor liegt die Bewertung nun nicht mehr viel höher als die des Gesamtmarkts (KGV von 21 vs. 19). Das Gewinn­wachstum ist mit über 30% aber weiterhin stark. Wir setzen auf einen kurzfristigen Rebound.

Indexiertes Gewinnwachstum. Quelle: Bloomberg

Untergewichtung von CHF-Obligationen reduziert

Nach dem starken Anstieg der Anleihenrenditen in Europa aufgrund der ange­kündigten Fiskal­pakete kaufen wir Obligationen dazu. Dabei reduzieren wir unser Unter­gewicht bei CHF-Anleihen, da wir dort den Rendite­anstieg für nicht gerecht­fertigt erachten. Die Schweiz steht bezüglich Inflation und Verschuldung enorm stabil da. Unser Über­gewicht in globalen Staats- gegenüber Unternehmens­anleihen behalten wir bei.

Nach den jüngsten Verlusten des CHF (beispiels­weise EUR/CHF bei 0.96) gehen wir nun in ein Über­gewicht. Aufgrund der Standort­vorteile bleibt der CHF prinzipiell attraktiv.

Zu viel Optimismus im Gold

Obwohl wir strukturell angesichts des Bedarfs nach sicheren Anlagen mit einem Kurs­anstieg rechnen, signalisieren unsere Indikatoren, dass kurzfristig zu viel Opti­mismus herrscht. Der Goldpreis ist nach über 17% Kursanstieg im ersten Quartal auf einen Rekordpreis von über USD 3'100 pro Unze gestiegen. Das Edelmetall ist daher aus unserer Sicht kurzfristig überkauft, weshalb wir taktisch auf eine neutrale Position zurück­gehen. Bei den restlichen Rohstoffen bleiben wir zurück­haltend, da wir insbesondere bei den Agrar­gütern und beim Erdgas die jüngsten Kurs­anstiege nicht als nachhaltig erachten.

Unsere Taktische Asset Allocation im April 2025

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im März und April 2025 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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